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ANFÜTTERN - GARANT DES ERFOLGES ?

 
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KOFI



Anmeldedatum: 04.03.2016
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BeitragVerfasst am: 04.03.2016, 17:57    Titel: ANFÜTTERN - GARANT DES ERFOLGES ?

Anfüttern – Garant des Erfolges ?

Das Wesentliche an der Überschrift ist eigentlich das Fragezeichen.
In unserer anglerischen Tätigkeit haben sich im Laufe der Entwicklung der Menschen, seit er in der Lage ist Werkzeuge, also auch Angelgeräte zu nutzen, bestimmte Mythen, Rituale und Gewohnheiten herausgebildet. Jeder Angler hat seine eigene Philosophie am Gewässer, wie er seinen sehnlichsten Wunsch mit Erfolg krönen kann. Die Tricks um sein Ziel zu erreichen treiben manchmal die seltsamsten, aber mitunter auch die verheerendsten Blüten.
So kann man an vielen Gewässern beobachten, wie die Angelplätze akribisch vorbereitet werden. Nachdem alle Gräte und die dazugehörige Ausrüstung an ihren Plätzen sortiert wurden, werden intensive Vorbereitungen getroffen um dem Gewässer das entsprechende Flair und eine bestimmte Geschmacks- oder Geruchsnote zu verleihen, um das Ziel der Begierde anzulocken. Denn wir wissen ja, Fische können riechen und schmecken. Die vermeintlichsten „erfahrenen Angler“ suchen sich zuerst einen geeigneten Platz im Wasser als Anfütterstelle aus. Dann wird eine Markierung mit der Futterboje gesetzt.
Jetzt beginnt das eigentliche Drama !
Der Handel bietet unendlich viele Möglichkeiten mittels Technik und schon fertig vorbereitetem Futter alle Phantasien auch am Wasser praktisch zu realisieren. Aber es gibt auch eigene Kreationen, die weniger Geld kosten.
Im Frühsommer 2015 - geschehen am Haselbacher See – fuhr in frühen Morgenstunden an der Nordseite, also im sächsischen Teil, ein Transporter aus einer sächsischen Bergregion vor und die 3 Angelfreunde gaben vor 3 Tage zu bleiben. Nach dem Öffnen der Hecktüren fielen sofort 6 Behälter in Größe von Maurereimern auf in denen sich je ca. 12 - 15 kg Futtermasse befand. Davon allein 3 Bottiche mit hartem ungekochtem Mais. Auf meine etwas offenbar unverständlich gestellte Frage, wofür das alles sei, wurde mir unter erstaunter Heiterkeit offenbart: „Selbstverständlich zum Anfüttern „. Etwas verwirrt habe ich mich wider an meinen Angelplatz begeben und ehe ich meine Geräte selbst fangfertig gemacht habe, rechnete ich mir auf einem Zettelchen folgendes aus:
6 Maurerbottiche je 15 kg - 90 kg.
Mein eigens Lockfutter für 1 Tag – 1kg
8 weitere Angler (16 Angel) an anderen nahen Plätzen je 0,5 kg für 1 Tag – 4 kg
Gerechnet für nur 3 Tage wären dies (niedriggerechnet) ca. 105 kg Futtermasse an einem relativ kleinen Abschnitt gemessen an der Größe des Sees. An guten Angeltagen kann man aber davon ausgehen, dass sich allein nur im sächsischen Teil weit über 20 Angler je Tag aufhalten.
Bei 24 Wochen an denen verstärkt geangelt wird, ist also ein Eintrag von Fremdmasse ca. 2,5 t möglich. Der Haselbacher See hat noch eine hohe Selbstreinigungskraft. Aber dass die Fische diese Futtermasse vollständig aufnehmen ist schlichtweg nicht möglich. Somit verpilzt das eingebrachte Futter und bietet die beste Grundlage für verstärkte Algenbildung. Dies wiederum zehrt am Sauerstoffgehalt des Wassers und kann letztlich zum „Kippen“ des gesamten Biotops führen.
Ein noch negativeres Beispiel bietet hier die Koberbach-Talsperre.
Dort kann man unter den ständigen „24-Stundenanglern“ auf den Zeltplätzen beobachten wie tagein-tagaus in der Saison mindesten 2 Angler mit ihrem Boot 1x früh und 1x abends an ihre Futterstellen rudern und großflächig ihre Eimer Hartmais entleeren.
Der klägliche Versuch den Sauerstoffgehalt dieses Wassers mittels Pumpen am großen Stau zu verbessern, erscheint hier wie ein Hohn. Jedes Jahr wird um den Zustand des Wassers an der Kober gebangt und dagegen angekämpft. Aber das biologische Grundwissen über ein Biotop verdampft offenbar bei einigen Angelfreunden in der Sommerhitze sehr schnell.
Cypriniden, also alle karpfenartigen Fische besitzen keinen Magen ! Sie verdauen in der Regel weiche Futteranteile wie Zooplankton und Phytoplankton in ihrem Darmtrakt. Einen Magen besitzen nur nahrungsbedingt die Raubfische. Wie also soll ein Karpfen dieses Hartfutter verdauen. Die Folgen sind Entzündungen und Verstopfungen, die endlich zum Tod der Fische führen.
Über ein Verbot des großflächigen Einbringens von Futter zum Anfüttern sollte an den Gewässern, die gefährdet sind, nachgedacht werden.
Verantwortungsloses Handeln bringt uns Angler keinen guten Ruf unter den kritischen Augen verschiedener Institutionen.
Ich persönlich möchte für die Zukunft gern gesunde Fische aus einem gesunden Gewässer angeln.
PETRI HEIL
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